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teueikan indians


Unser auto gefiel dem chef vom „information center“ in baie saint paul  und wenig spaeter war mr. françois bei bei uns zu gast und gab tolle empfehlungen. Eine davon war chantal wapukuan von den –wie man hier sagt „first nation poeple“, den „teueikan“. Den französischen vornamen bekam sie von ihrer großmutter, die vom pariser chic so fasziniert war und auch sonst haetten wir sie nicht als indianerin erkannt, zumal sie uns zuerst in westlichen kleidern entgegen kam. die kanadier hatten bis in die 1980er jahre alles versucht, die kultur und sprache der ureinwohner zu unterdrücken und so entdeckte auch chantal erst spät, dass sie über ihre kulturellen wurzeln so gut wie nichts wusste. Sogar die sprache war ihr fremd, ihre „muttersprache“ längst französisch.

Ich hatte bedenken, dass wir eine folkloristische show geboten bekämen, aber weit gefehlt. So pur und persönlich konnte ich noch nie in eine im verschwinden begriffene kultur eintauchen – Chantal erklärte nicht nur gegenstände des täglichen bedarfs sondern auch wie und aus was diese hergestellt wurden und darüber hinaus zeigte sie uns viele medizinisch genutzte pflanzen und riten ihres volkes.

Ihr solltet diese faszinierende und erdverbundene kultur bei chantal und ihrem mann erleben. Die beiden bieten auch übernachtungsmöglichkeiten im tipi an mit abendlichem lagerfeuer.

Klar kann ich nicht alle geschichten wiedergeben, deshalb hier nur zwei details, die mich besonders fasziniert haben. Chantal zeigte uns verschiedenste tierfelle und den unterschied zwischen industriell gegerbten fellen zu denen, die auf traditionell indianischen weise behandelt wurden. Die indianische variante war um ein vielfaches weicher und außerdem atmungsaktiv. Und wie stellt man es her? Mit viel wasser und den gehirnen von elchen und bären. Nichts fuer olfaktorisch empfindliche nasen aber das ergebnis ist verblüffend.

Früher waren die frauen und männer von den teueikan in den sommermonaten nackt und stellten ihre wigwams an die flussläufe zum fischen. In den wintermonaten zogen sie in die wildreichen wälder und nutzen unterschiedliche kleidungsteile gegen die grimmige kälte. Trotz allen revival gedanken scheint die von den jesuiten aufoktroyierte moralvorstellung nicht reversibel zu sein. Schade eigentlich …… © n.g.

chantal wapukuan 18 léo-cauchon  baie-saint-paul (québec) canada G3Z1H4  contact@teueikan.ca

québec countryside 1


Québec countryside , äääh pardon „campagne“

Selbst der reiseführer hatte es erwähnt, dass québec anders wäre. Ich wusste von den unabhängigkeitsbestrebungen der quebecer, aber mir war nicht klar, dass unser kanadische nationalpark ausweis mit der bemerkung zurückgewiesen würde, der gälte nur für kanada. In den restaurants und an der supermarktkasse kostet ein lächeln extra und mir ist es noch nie passiert, daß wir von einer breiten seitenstraße im nächtlichen dauerregen von einer wütenden hausfrau vertrieben wurden, weil wir gegenüber ihres hauses parkten. Jedes dorf hat hier eine riesige, steinerne kirche (im restlichen land sind sie bescheiden aus holz) und der parkplatz davor ist freilich abgesperrt (nur für mitglieder?)

Ich übersetze den text nicht ins französische  sondern nur ins englische, denn die leute, die es evtl. betrifft, sprechen kein wort englisch. © n.g.

woodchuck and woodchips


woodchuck´s and woodchips

Gail führte uns durch ihren wohnort und so kamen wir auch zu chuck´s haus?, traumhaus?, schiff?, traumschiff? vorbei. von weitem sah man einen dreimaster verdächtig nahe an der küste (oder doch auf dem ufer?) liegen und er entpuppte sich als ein haus mit diversen um- und anbauten.

Chuck hatte eine frühe kariere als bankräuber abrupt im gefängnis beendet, dort lernte er dann das safeknacken und vielleicht auch das holzschnitzen. Heute arbeitet er ausschließlich mit  holz und schnitzt alle objekte aus einem stück. Oder ist er doch one-man-performer im eigenen museum? Seine „führung“ muss man erlebt haben. Die ist so kraftvoll und lebendig als stünde er auf der bühne. Auf der bühne seines museums, auf der bühne seines lebens. Die präsentation vom „cupboard of his life“ ist so unnachahmlich wie die, von der weltkugel mit w. bush oder auch seinem  sarg mit geschnitztem chuck oben drauf und imitiertem elvis live dahinter.

Die menschen könnten von allen einmal genug haben, von allem, nur nicht vom geld. Ihm wurde, so erzählte er, einmal von einem reichen ehepaar 50.000$ als unterstützung angeboten aber das hatte er abgelehnt aus bedenken, es würde ihn verändern und er würde aufhören, sein leben in holz zu schnitzen. Was für eine karriere fuer einen ex bankräuber. © n.g.

Charles E. Bernard c/o woodCHUCK 1554 Route 465 Bouctouche Baie NB E4S 4R2

horizont


neues vom horizont …  © n.g.

sky trial


„Vegetarian“ is just an old indian word for „Bad Hunter“

Die Elche im Cape Breton NP sind sogar vor diesenVegetariern sicher. Daher bleiben sie auf dem Skyline-Trail auch ruhig im Gras liegen, wenn die Touristen ein Selfie mit ihnen schießen wollen. Glück für uns, denn alleine hätten wir die beiden in dieser Position im Gehölz vielleicht gar nicht entdeckt. Irgendwann gähnten nicht nur die Elche vor Langeweile und nachdem sich alle Menschen wieder verzogen hatten, gehörte der erhabene Moment, als sich die beiden zur vollen Größe aufrichteten, uns ganz alleine. Übrigens: auch ein Moose benutzt dann gerne den angelegte Trail statt durchs Unterholz zu staksen – Convienience for Wildlife eben.

Der Boardwalk auf den Klippen des Skyline-Trails ist wie vollmundig angekündigt „breathtaking – vor allem dann, wenn man genügend Übergewicht mit sich rumschleppt. Der Blick war klasse aber der Steg kam uns eher „overdone“ vor. ©  b.g.

lobster to go


Die delikatesse „steamed loster from nove scotia“ landete mitsamt plastikgabel und plastikmesser im styropor warmhaltepack. „Lobster to go“ eben.  Fast food at it’s best und da störte es kaum noch, dass die plastikgabel den anfordungen nicht standhielt  und die zähnchen bald in alle richtungen zeigten.

Zu finden ist „natures catch take-out“ an der straße #7 bei dem örtchen tangier.

Übrigens, der rest vom lobster landeten abends in den spaghettis und da war die location schon standesgemäßer. © n.g.

tide


Heute ist sonntag, also mache ich es mir einfach und lasse wikipedia das phaenomen des tidenhubs in der bay of fundy erklären. Die können das ohnehin besser…

„In diesen Armen läuft das Hochwasser besonders hoch auf und erreicht 16 Meter Tidenhub bei Normalhochwasser und bis zu 21 Meter Tidenhub bei Springflut, was die höchsten Tidenunterschiede der Welt sind. Dieser Tidenhub entsteht aufgrund eines hier besonders ausgeprägten Resonanzphänomens. Die Gesamtlänge der Bucht entspricht etwa der Entfernung, die eine Wasserwelle benötigt, um sie während einer „Halbtide“ (etwa 6 Stunden) zu durchlaufen. Mit jeder in die Bucht einlaufenden Gezeitenwelle aus dem Atlantik wird die in der Bucht hin und her laufende Gezeitenwelle synchron verstärkt. Ein ähnlicher Effekt kann auf kleinem Raum in einer gefüllten Badewanne erzeugt werden, indem eine hin und her schwappende Welle im Takt aufgeschaukelt wird.“

100 milliarden tonnen meerwasser strömen 2x täglich in und aus der bucht, das übertrifft die menge aller süßwasserflüsse der erde. Erstaunlich! © n.g.