ende
Blog Archives

artwalk / san miguel de allende

san miguel de allende


auch diese stadt verdankt ihren reichtum den silberminen der umgebung. Heute leben hier fast 10% us amerikaner und kanadier, was die extrem hohe dichte an galerien, interieur läden und hervorragenden restaurants erklärt. Demnächst gibt´s hier ein kurzes video über den art-walk in der „fabrica la aurora“

silver mines & „holy“ inquisition


aus den silberminen in der province guanajuato sind bis heute fast 40% des weltsiberbestandes gefördert worden und das bescherte ab dem 16ten jahrhundert der spanischen krone unermessliche einnahmen. Meist indios mussten als sklaven unter tage schuften und bekamen lediglich eine essensration als „lohn“. Im 18. jahrhundert war guanajuato die reichste stadt in mexiko und weltweit führend im silberbergbau, aus dieser zeit stammen auch die meisten prunkbauten und kirchen.

Überhaupt war die zeit der „heiligen“ inquisition recht unlustig für die eingeborene bevölkerung. Die grausamkeit der eroberer beflügelte die phantasie im kreieren neuer folterinstrumente. Einige sind in einem kleinen museum (in der nähe der silbermine in valenciana) ausgestellt.

templo la valenciana (iglesia de san cayetano) guanajuato


freunde, ihr wisst wie kritisch ich gegenüber religionen und kirchen eingestellt bin, aber hier ist eine story, die muss ich einfach posten:

„einer legende zufolge soll der spanier, der in der nähe die san-ramón-mine eröffnete, dem heiligen san cayetano versprochen haben, ihm zu ehren eine kirche zu bauen, wenn die mine ihm reichtum beschere.“

Hier aber mein favorite: „Eine andere sage will wissen, dass conde de rul, der silberbaron von valenciana, für die Ausbeutung der mienenarbeiter sühne leistete, indem er die prächtigste aller kirchen in stil des churrigierimus erbauen ließ.“

Wahrscheinlich mussten die tagelöhner von conde de rul die kirche für ein „vergelt´s gott“ bauen – war ja für einen guten zweck.

teatro juarez / guanajuato


ok, ok, als deutscher über pünktlichkeit zu reden, kann schnell peinlich werden. Aber wenn schon die mittagspause bis 17uhr geht, dann sollte man vielleicht die 50 leute, die um einlass begehren, nicht 30 minuten warten lassen. für´s fotografieren muss extra bezahlt werden, auch ok, aber dann bitte nicht alles absprerren, was eine gute perspektive ergeben könnte.

erbaut wurde dieses theater zwischen 1873 und 1903 und der damalige diktator porfirio díaz zeichnet für die protzige innendekoration mit verantwortlich.

museo de las momias / guanajuato


Auf einem der staedtischen friedhöfe hatten sie gräber geöffnet um platz für neue leichen zu schaffen und entdeckten dabei, dass die meist nur wenige jahrzehnte alten leichen grotesk mumifiziert waren. Nun wird den bürgern von guanajuato ein hang zum makabren, morbiden nachgesagt und ich ahne, da könnte es zusammenhänge geben. Sinnigerweise standen im museum auch einige deckplatten der gräber mit inschriften wie namen, todesjahr und meist dabei noch r.i.p.(rest in peace). doch nun stehen die mumien mit runtergelassenen hosen im museum und werden von horden von schulkindern bestaunt. Diese dürfen bis zu einer größe von 1,20 umsonst ins museum und die über 60jährigen bekommen makabrerweise einen rabatt.

guanajuato


Traveler, kommst du nach guanajuato, übernachte hier: 21.00´52“N – 101.15´25.8W (in der nähe des „monumento el pipila“. Und kommt ihr mit großen (hohen) campern, dann bitte aufpassen und nicht in den zahlreichen tunneln stecken bleiben.

Die alte silberstadt liegt eingeklemmt zwischen bergen, hat viele prunkbauten und noch mehr kirchen aber keinen platz für einen großen, zentralen park. Dafür gibts viele lauschige, mit großen bäumen bestande plätze, unzählige kneipen und noch mehr souvenir shops. Gefeiert wird gerne, viel und ganz wichtig: laut.