Montags, an meinem Geburtstag, sind wir von Mexico nach Guatemala eingereist. Ich bekam sozusagen dieses pittoreske Bilderbuchland zum Geschenk gemacht. Wir verbrachten drei relaxte Tage am Lago Atitlán und freuten uns, dass sich eine lange Regenzeit scheinbar ihrem Ende nähert. Wir waren so entspannt und gelassen, dass ich alle Regeln des sicheren Reisens vergaß als wir freitags den grossen Markt in Sololá besuchten. Prompt ist es passiert: Ich hatte – doof – eine Kreditkarte dabei und – noch döofer – alle Scheine gut sichtbar im Portemonnaie. Ich hatte zwei grosse Säcke für das Sammeln von Schmutzwäsche erworben als mir kurz danach jemand elegant und unmerklich den Geldbeutel aus der verschlossenen Hosentasche entwendete.
Die Geschichte nahm ein halbwegs versöhnliches Ende als uns abends ein Schüler per Facebook kontaktierte, der die Börse mitsamt Inhalt – vom Bargeld abgesehen natürlich – unter einem Verkaufstisch gefunden hatte. Die ganze Familie kam am nächsten Tag, um uns unser Eigentum zurück zu bringen. Die Kreditkarte war natürlich zwischenzeitlich schon gesperrt und wertlos, aber unsere kopierten Ausweise, die mittlerweile schon täuschend echt aussehen, hatten wir immerhin zurück und das schöne Portemonnaie aus Guatemala auch.
Jedenfalls werde ich in Zukunft bei jedem Wäsche waschen gemahnt werden, achtsam zu bleiben. Auf diese Art und Weise wird mir dann kein Socken mehr verloren gehen – vielleicht.
© bettina guthier


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